Versand aus Tschechien

Versand der Waren aus Tschechien und die Umsatzsteuer

Wenn Waren aus einem Lager (z. B. Amazon oder Real.de) in Tschechien an eine Privatperson außerhalb Tschechiens verkauft und versandt werden, stellt sich die Frage, in welchem der beteiligten Länder die Umsatzsteuer anfällt.

Seit 1.7.2021 gelten neue Regeln für E-Commerce in der ganzen EU. Neu entfallen die pro EU-Staat individuell gültigen Lieferschwellen und die Händler können ihre Fernverkäufe mittels OSS in allen EU-Staaten erklären. Die neuen Regeln für E-Commerce haben eine wichtige Änderung mitgebracht: Sollte die Ware aus einem anderen Mitgliedstaat, als dem Staat des Sitzes, versandt werden, verschiebt sich der Leistungsort vom Lagerland in das Land des Kunden, und zwar ab der ersten Lieferung. Der Grund liegt darin, dass die Lieferschwelle von 10.000 EUR nicht für die Situation gilt, in der der Händler die Ware aus einem anderen Staat versendet, als dem Staat seines Sitzes.

Sollte daher ein Händler, der seinen Sitz außerhalb Tschechiens hat, die Ware aus Tschechien in die EU versenden, unterliegen diese Versendungen immer der Umsatzsteuer im Zielstaat. Nichtsdestotrotz diese in Tschechien nicht steuerbaren Transaktionen weiterhin in Tschechien zu deklarieren sind.

Viele auch kleinere Händler, die z. B. das Amazon-Lager benutzen, werden europaweit umsatzsteuerpflichtig. Eine Erleichterung bringt die neue Möglichkeit, sog. OSS (One-Stop-Shop) zu benutzen. Mittels OSS können die Händler ihre Fernverkäufe im Staat ihres Sitzes erklären, ohne sich im Ausland zu registrieren, und die zusammenhängende Umsatzsteuer bezahlen. Die Händler sollten jedoch beachten, dass einige Transaktionen nicht mittels OSS gemeldet werden können und diese in der lokalen Umsatzsteueranmeldung weiterhin zu deklariern sind (FC-Transfers, Commingling-Sales, Fernverkäufe aus Tschechien und Verkäufe in Tschechien).

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